Der MVP-Ansatz ein nützliches Prinzip im E-Commerce-Projekt

Der MVP-Ansatz bietet diesbezüglich den großen Vorteil, dass sehr frühzeitig das Feedback der Nutzer zu einem Projekt eingeholt werden kann. Die Nutzer und nicht die Entwickler sind schließlich die Personen, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Projekts in der Praxis entscheiden.

MINIMAL VIABLE PRODUCT

Wie die deutsche Übersetzung („minimal überlebensfähiges Produkt“) des englischen Begriffs „Minimum Viable Product“ bereits zum Ausdruck bringt, handelt es sich dabei um eine erste, minimal funktionsfähige Version eines Produkts, das ein Unternehmen auf den Markt bringen kann. Sinn und Zweck des MVP-Ansatzes ist es, möglichst frühzeitig die Nutzerakzeptanz eines Produkts in der Realität zu testen und auf Basis des User-Feedbacks das Produkt zielgerichtet weiterzuentwickeln. Damit lassen sich vor allem im E-Commerce Business das Risiko von Fehlinvestitionen minimieren und die Erfolgschancen eines Projektes steigern. Der vorliegende Beitrag stellt die fünf Hauptvorteile des MVP-Ansatzes bei E-Commerce Projekten dar.

1. Testen der Projektidee

Der wahrscheinlich größte Vorteil des MVP-Ansatzes besteht darin, die Markttauglichkeit einer E-Commerce Projektidee zu testen. Auf Grundlage des MVP-Ansatzes kann bereits in einem frühen Projektstadium getestet werden, ob eine Projektidee von Nutzern in der Praxis angenommen oder abgelehnt wird. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Minimum Viable Product im Wesentlichen die Idee eines E-Commerce Projekts abbildet. Nutzer sollten beim Testen des MVP unbedingt in die Lage versetzt werden, die dahin liegende Projektidee vollständig zu erfassen.

Das Verhalten der User beim Testen des MVP erlaubt wichtige Rückschlüsse auf die Frage, ob das Projekt für die Nutzer verständlich ist und vor allem, ob es einen Mehrwert für sie generiert. Besonders in Fällen, in denen das Projekt im Wettbewerb zu bereits am Markt erhältlichen Lösungen steht, muss der Nutzen bzw. Mehrwert des Projekts beim MVP erkennbar sein. Des Weiteren geben die Nutzerzahlen Aufschluss darüber, ob das Projekt attraktiv genug ist, um höhere Entwicklungskosten zu rechtfertigen. Und nicht zuletzt zeigt die Art der Nutzung durch die ersten User auch, welche Funktionen besonders gerne genutzt werden und welche überflüssig oder noch zu ergänzen sind. Auf Grundlage dieser Testdaten kann das Projekt entsprechend adaptiert bzw. optimiert werden.

2. Verkürzung der Time-to-Market

Ein weiterer wichtiger Effekt des MVP-Ansatzes ist die Verkürzung der Markteinführungszeit (auch „Time-to-Market“ genannt). Vor allem im sehr schnelllebigen E-Commerce Business ist eine möglichst rasche Markteinführung eines Projektes oft von zentraler Bedeutung. Wer schneller in den Markt geht, hat auch größere Chancen, diesen für sich zu gewinnen bevor Wettbewerb entsteht. In vielen Bereichen des E-Business gilt das sogenannte „Winner takes it all“-Prinzip. Dieses besagt, dass der Marktführer langfristig alle Wettbewerber aus dem Markt drängt. Vor diesem Hintergrund ist die Time-to-Market ein entscheidender Erfolgsfaktor für E-Commerce Unternehmen.

In der Regel dauert die Entwicklung eines MVP bei einem E-Commerce Projekt nur wenige Wochen. Da das MVP bereits zu Beginn alle essentiellen Funktionen mitbringt, hat es bei einer kurzen Time-to-Market gute Chance, Nutzer frühzeitig zu gewinnen und an das Produkt zu binden. Später auf den Markt kommende Wettbewerber haben es im Regelfall wesentlich schwieriger, sich gegen bereits bestehende Produkte durchzusetzen.

3. Verringerung der Kosten

Kein Unternehmen weiß im Voraus, wie das perfekte Produkt aussehen soll. Die Gefahr, Projekte in die falsche Richtung zu entwickeln, ist in allen Branchen groß. Vor allem im E-Commerce können sich die Kosten für fehlgeschlagene Projekte schnell auf fünf- oder gar sechsstellige Eurobeträge summieren. Dementsprechend wichtig ist es für E-Commerce Unternehmen, ihr Geld in erfolgversprechende Projekte zu investieren.

Um herauszufinden, welche Projekte den größten Erfolg versprechen, eignet sich der MVP-Ansatz hervorragend. Die Entwicklungskosten eines Projektes auf MVP-Basis sind wesentlichen geringer als für ein vollwertiges Produkt. Durch das User-Feedback zum MVP können Unternehmen in der Regel gut abschätzen, ob das bislang investierte Geld sinnvoll angelegt ist. Bei einer durchwegs positiven Resonanz und somit guten Erfolgschancen können weitere Investitionen getätigt werden. Fällt das Feedback zum MVP hingegen eher negativ aus, können Unternehmen frühzeitig die Reißleine ziehen und ein nicht erfolgversprechendes Projekt ohne größere Kosten beenden.

Feedback durch Nutzer

Unternehmen gehen bei einem E-Commerce Projekt immer das Risiko ein, dass das Projekt an den Marktgegebenheiten und Nutzerbedürfnissen vorbei entwickelt wird oder sich diese während des Entwicklungszeitraums signifikant verändern. Der MVP-Ansatz bietet diesbezüglich den großen Vorteil, dass sehr frühzeitig das Feedback der Nutzer zu einem Projekt eingeholt werden kann. Die Nutzer und nicht die Entwickler sind schließlich die Personen, die über den Erfolg oder Misserfolg eines Projekts in der Praxis entscheiden.

Auf Basis der Wünsche, Vorschläge, Erwartungen und Kritik der Nutzer können Unternehmen das MVP zielgerichtet weiterentwickeln. Für Unternehmen bringt diese Vorgehensweise den unschätzbaren Vorteil mit sich, nicht detaillierte und zeitaufwendige Lasten- und Pflichtenhefte entwickeln zu müssen, sondern sehr schnell auf Basis eines MVP entscheiden zu können, welche Produktspezifikationen von den Usern tatsächlich gewünscht werden.

Anwerben von Investoren

Zu guter Letzt spielt der MVP-Ansatz bei einem E-Commerce Projekt auch in Bezug auf das Einwerben finanzieller Mittel von Investoren eine entscheidende Rolle. Mit dem MVP-Ansatz erhalten Unternehmen ein ebenso schnelles Feedback in finanzieller Hinsicht. Auf Grundlage der User-Zahlen und der ersten Einnahmen ihres E-Commerce Projektes können sie grob abschätzen, welches finanzielle Potenzial das Projekt in Zukunft haben könnte. Besonders für Startup-Unternehmen sind diese ersten Einnahmen ein wesentlicher Baustein des Proof of Concept.

Ohne einen derartigen Proof of Concept ist ein erfolgreiches Anwerben von Investoren nahezu aussichtslos. Zudem kann auf Basis der über das MVP generierten Einnahmen der Businessplan für ein E-Commerce Projekt konkretisiert werden. Auch dies ist eine wichtige Vorbedingung, um erfolgreich Investoren an Bord holen zu können.

Fazit

Der MVP-Ansatz bietet E-Commerce Unternehmen zahlreiche Vorteile. Neben der Einsparung von Zeit und Kosten, zeigt er Unternehmen frühzeitig, ob sie mit einem Projekt zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind. Er ermöglicht Unternehmen somit, die Erfolgschancen eines E-Commerce Projektes bereits in einem frühen Stadium abzusehen. Die Wahrscheinlichkeit, es in die falsche Richtung zu entwickeln und dabei größere Fehlinvestitionen zu tätigen, ist mit dem MVP-Ansatz wesentlich geringer.

Wenn auch Sie gerade ein E-Commerce-Projekt planen, melden Sie sich gerne jederzeit bei uns zu einem kostenlosen Erstgespräch.